Zwischen Pölle und Hölle

Mit der Kamera in der Hand kann ich anscheinend nicht geradeaus laufen, irgendetwas verlockt immer, die Nase in seitliche Abzweigungen zu stecken. So durch die schmalen und gepflasterten Gasse zickzackend näherten wir uns nur langsam und umständlich unserem Quartier. Selbst in der bereits „richtigen“ Strasse namens ‚Pölle‘ liessen wir uns noch zu Abwegen verlocken.

Bei den ersten beiden Bildern könnten wir dem Abweichen vom Weg noch widerstehen und nahmen uns nach dem Blick in die so verlockend aussehende Jüdengasse diese zu gehen für den Nachmittagsbummel vor. Die ‚Pölle‘ wartete zur Belohnung am Haus Nr. 24 mit einer löwenköpfigen alten Ladenfassade von 1890 auf, das Haus auf selbst stammt aus der Zeit um 1550. Und das Bild daneben?

Das vierte Bild des Beitrags zeigt einen Blick um die nächste Ecke: der Karyatiden ähnliche Schmuck einer Ladenfassade auf der linken Seite und überhaupt die einander nah gegenüber stehenden Fachwerkhäuser … sie waren mal wieder stärker, ich musste einfach den Stieg entlanggehen!

Am roten Haus vorbei blickt man Richtung Pölle, daneben, in entgegensetzte Richtung, zur Hölle. Hierunter ist schliesslich die Ecke vom Stieg zur Hölle erreicht: ein Haus mit der Stieg-Hausnr. 28 von 1580; erworben durch einen Vetter des Dichters Klopstock im 18. Jh. wird es heute ‚Alter Klopstock‘ genannt.

Daneben ein Blick auf das wahrscheinlich älteste noch erhaltene Haus von Quedlinburg, der Höllenhof: „Die Errichtung des Hauses erfolgte nach dendrochronologischen Untersuchungen in drei Abschnitten zwischen 1215 und 1301 und damit noch vor Fertigstellung der endgültigen Quedlinburger Stadtbefestigung“ steht bei Wikipedia > hier zu lesen.

Auf diesem letzten Bild des Artikels sieht man hinten einen mit modernen Balkons ausgestatteten Giebel, der zum Nachbarhaus unserer Unterkunft gehört, wo vor der nächsten Unternehmung eine Erholungs-Siesta fällig wurde.

7 Gedanken zu “Zwischen Pölle und Hölle

  1. Pölle und Hölle – man fühlt sich leicht gefoppt 😉 Faszinierende Ansichten und Häuser! 1215, wahnsinn, daß das noch erhalten ist. Spricht für die Baukunst der Zeit. Die menschenleeren Straßen muten wirklich etwas seltsam an, aber bei den heißen Sommertagen sah es hier sicher ähnlich aus.

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