In Bögen Pflastertreten

Durch die Wallstrasse die Aussenlinie der Stadtmauer entlang zu gehen, wurde nach dem neogotisch-schlösschenähnlichen Anblick des Lindenbeinschen Anwesens bald langweilig, vor allem, weil wir eine Seitenstrasse in die Altstadt verpassten. Wenn man „nach Gefühl“ geht und nicht mit dem Stadtplan vor der Nase, gehört das dazu. In die Webergasse wären wir andernfalls kaum gekommen, und das wäre auch wieder schade gewesen, denn hier wirkt noch der Geist des touristisch und denkmalschützereisch noch weitgehend unbearbeiteten Kleinstadt:

Ein Zuhausegefühl schlich mich an diesem Fleckchen in der historischen Quedlinburger Neustadt an. Damit meine ich ein sehr allgemeines Gefühl, das alle norddeutschen Marktflecken und Kleinstädte meiner Kindheit mit einbezieht, denen zweigeschossige Fachwerkhäuser, von Bäumen gesäumte, kopfstein- oder basaltgepflasterte Strassen und von vielen Füssen blankgelaufene, von Hand in Segmentbögen gesetzte Grauwackenwürfel-Gehsteige gemeinsam sind.
Die abseitige Stille in der Weberstrasse tat noch ein Übriges dazu.

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24 Gedanken zu “In Bögen Pflastertreten

    1. Ein Wochenende ist eigentlich zuwenig, man könnte sich noch viel mehr auf Besuche von Innenräumen einlassen, Kirchen, Museen. Einmal im Jahr, Anfang September, gibt es einen Tag der offenen Türen, aber dafür müsste man sich viel früher eine Unterkunft suchen.

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  1. Het is zó schilderachtig & romantisch. In Quedlinburg im Harz sollte man heiraten und die eerste wittenbroodsweken door brengen . . . Das gibt es nicht mehr . . . Nein . . . , das war mal und gibt es nirgend who mehr . . .

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  2. Das sieht wirklich sehr beschaulich aus! Und wieder was gelernt: in Segmentbögen gesetzte Grauwackenwürfel-Gehsteige – kann man ja kaum aussprechen 😉 Gab es denn noch Weber in der Weberstraße?

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    1. Dinge die man namenlos von Kindheit an kennt … – oder bist du auf diagonal verlegten, quadratischen Betonplatten-Gehsteigen aufgewachsen? Weber -. k.A.: Man hätte vielleicht Klingelschilder lesen müssen.

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      1. Es gab Kopfsteinpflaster in der Stadt, aber das ganz große grobe und nicht die schönen kleinen Bögen und ich war zu klein, um das in irgendeiner Form mitzubekommen. Aber man lernt ja nie aus 🙂

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          1. Ach ja, Katzenkopfpflaster, das sagt mir was! Dieses glatte, fast glänzende Material, was wie poliert wirkt von der vielen Benutzung. Ja, die Teersünden, ich erinnere mich. Wobei Fahrradfreundlich ist anders 😉

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            1. Katzenkopf- ist das rundliche Feldsteinpflaster, Basalt das schwarze, flachere, das bei Nässe rutschig wird.
              Fahrradfahren ist wegen des rumpeligen Strassenbelags in der Qedlinburger Altstadt nicht so sehr vertreten und das macht es in den autofreien Bereichen doppelt angenehm und stressfrei.

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              1. Ich meine das Katzenkopfpflaster. Bei uns auf dem Dorf gabs keins, kann mich nicht erinnern. Hier gibt es noch einige Straßen und da ist es mit dem Radel nicht so schön. Daß es in Quedlinburg für Fußgänger so angenehmer war, kann ich bestens verstehen.

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